Paula Mariscal

Paula Mariscal, Unternehmerin und Künstlerin
Valencia, Spanien

Paula Mariscal besitzt einen Bachelor Abschluss in Geisteswissenschaften und Theaterregie. Ihre Arbeit im Bereich der dramatischen Kunst brachte sie dazu, mit renommierten Namen wie dem Theaterdirektor Carles Alfaro zusammenzuarbeiten. Später setzte Paula eigene Projekte um, wie ihr Debüt als Schauspielerin und Theaterdirektorin. Hineingeboren in eine Künstlerfamilie, ihr Onkel ist der international anerkannte Künstler Javier Mariscal, liegt Paula die Leidenschaft für Kunst im Blut und begleitet sie sowohl privat als auch in ihrem Berufsleben.

Ihre hohe Motivation und ihr Unternehmergeist führten dazu, dass sie schließlich ihr Familienunternehmen Palo Alto Market in Barcelona gründete. Ein Raum, in dem junge Künstler ihre Leidenschaft für Musik, Kunst, Mode und andere Kunstformen präsentieren und teilen können. Das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens liegt laut Paula in harter Arbeit und Spaß am Arbeitsplatz. Heute lassen wir uns von ihrer unersättlichen Energie anstecken und freuen uns über ihre persönlichen Auswahl an Werken aufstrebender Künstler.

Die Kunst nach Paula


Paula Mariscal: "In einer Künstlerfamilie ist es normal besondere Kunstwerke zuhause zu haben. Ich habe mich früher schwer damit getan, die Verwunderung meiner Klassenkameraden zu verstehen, wenn diese in unser Wohnzimmer kamen und die Wänder voller Originale von Cobi anstatt irgendwelcher Poster sahen. Erst mit den Jahren merkte ich, dass ich privilegiert war. Meine Familie nahm mich mit ins Institut Valencià d’Art Modern, wo ich Picasso, Rothko, Calder, Bauhaus, Andy Warhol, Basquiat und vielen anderen begegnete. Kunst war für mich etwas Natürliches, etwas, dass jeden in seinem Leben begleitet. Erst als ich älter wurde, fand ich heraus, dass nicht jeder der Kunst so nahe steht. Für mich war Kunst immer da, an meinen Wänden, auf meinen Reisen, in meinen Schulprojekten, usw. Als es darum ging, mir einen Beruf zu suchen, realisierte ich, wieviel mir jeder Künstler, dem ich begegnet war, mir geholfen hatte.

Für mich ist Kunst ein Ausdruck der Welt und von Schönheit, im weitesten Sinn. Als ich anfing als Assistenz der Theaterdirektion zu arbeiten, hatte ich einen Direktor vor mir, er arbeitete an seinem Werk und ich empfand es als meine Aufgabe sein Werk zu Ende zu bringen, um seine Erwartungen zu erfüllen. Ich denke ich wäre nicht in der Lage gewesen so intuitiv zu verstehen, was der Direktor machte oder wie ich meinen Teil zur Erfüllung der Erwartungen beitragen konnte, wenn ich nicht der Kunst schon immer so nahe gewesen wäre.

Kunst und Design sind zwei Welten, die in meiner Familie nicht getrennt werden können. Für mich gehen sie Hand in Hand und auf die ewige Frage der Akademien danach kann ich nur mit einem Lächeln antworten. Aber der Reihe nach: als Palo Alto Market meinen Weg kreuzte, realisierte ich wieder, wieviel die Künstler und Zeichnungen, gesehen durch das Auge eines Mädchens, mir beigebracht haben. Irgendwie mussten wir zu einem Kommissorium werden, nicht von einem Museum, sondern von einem Markt, und an diesem Punkt muss man auf seine Werte vertrauen. Es ist das einzige was man hat, etwas was sich entwickelt hat, mit allem was man gesehen, gelesen, gespürt oder gelebt hat. Aber wie können die eigenen Werte über denen anderer Personen stehen? Die Antwort darauf habe ich in der Kunst gefunden. Es gibt unzählige Möglichkeiten, aber ohne Werte, ohne, dass eine Person Entscheidungen trifft, gäbe es keine Ausstellungen und Palo Alto Market könnte nicht existieren. Es geht darum Ziele zu setzen und an diesen zu arbeiten. Wir haben ein Leitmotiv geschaffen und alle Antworten drehen sich darum. Wir wollen eine aufstrebende, initiative Plattform mit jungen Künstlern sein, eine Benchmark für neue Konsumgewohnheiten und Trends, die die Zukunft darstellen präsentieren. Nach drei Jahren unermüdlicher Arbeit an diesen Zielen, können wir sagen, dass wir diese erfüllt haben und die Befriedigung ist enorm.

Der wahrscheinlich schwierigste Teil ist es sich in einer Familie von Künstlern zu behaupten und seinen Platz zu finden. In dem Moment erscheint es dir unmöglich; es gibt so viele von ihnen, die alle bewundert werden. Es gibt sie und es gibt dich. Und es ist schwierig eine Verbindung zwischen beiden Gruppen herzustellen. Während meiner letzten Herausforderung, als Direktorin eines Stückes, bin ich, wie immer, zu ihnen zurückgekehrt. Als Kind war ich mit meiner Mutter im IVAM, ich hielt ihre Hand und gemeinsam haben wir uns mit den Werken von James Turrel (Teil der Ausstellung „The emergence of abstraction“) auseinandergesetzt. Nachdem wir zehn Minuten lang die Lichtbox beobachtet haben, schaltete die Sicherheitsfrau ihre Taschenlampe an und richtete diese auf Turrels Lichtbox, woraufhin diese vor unseren Augen verschwand. Wir erkannten den Trick eines Magiers und die architektonische Übung hinter dem Werk von Turrel wurde erkennbar. Als die Frau ihre Lampe ausschaltete, erschien auch das Werk wieder. Alles ist eine Illusion und der Zuschauer muss bereit sein, mitzuspielen. Der Künstler stellt das Zubehör und schlägt einen bestimmten Blickwinkel vor, aber letztendlich muss der Zuschauer seinen Blick auf das Werk richten und die Herausforderung annehmen, sich auf ein Spiel einlassen und die Besonderheit daran erkennen.

Wenn mich ein junger Künstler um Ratschlag beten würde, würde ich sagen, dass Kreativität und die eigene Ausdrucksweise weder Regeln noch Grenzen kennen. Jeder macht seinen eigenen Weg. Wenn du möchtest, dass deine Kunst zu deiner Arbeit wird, dann gibt es unzählige Möglichkeiten, das in die Tat umzusetzen. Sei vorsichtig mit gut gemeinten Anweisungen und Menschen, die dir sagen wollen, wie es zu machen ist. Es gibt so viele Künstler die sich an keine einzige Marktregel gehalten haben und trotzdem eine sehr erfolgreiche Kunstkarriere haben.

Ich habe meinen Arbeiten den Titel LOOK AT ME gegeben. Vier Wege die Welt zu sehen, Schwäche und Stärke in den Händen einer Frau.
Zwei Illustratoren und zwei Fotografen. Wo sind sie und wo gehen sie hin?

Die Werke sind inspiriert von dem Konzept des ineinander Verschlungenen. Der Körper lädt ein, sich darin zu verlieren, er verbindet sich mit einem anderen Körper, Glieder verschlingen sich… spielt es eine Rolle? Es geht lediglich, um die Möglichkeit sich zu verlieren, den Körper als eine unendliche Weite, eine Reise zu verstehen. Linien, Haut, passierbare Rücken laden uns ein die Verbindung zwischen Landschaft und Körper zu erkunden:

Rücken, die aussehen wie Wege
Wege, die aussehen wie Genitalien
Genitalien, versteckt zwischen Beinen
Verschlungene Beine


Die Verbindung zwischen Körpern und Landschaften in dieser Ausstellung bietet einen zeitgenössischen, femininen Blick, bei dem sich Schwächen und Stärken komplementieren. Ich wollte damit auch die Verbindung zu den Künstlern stärken. Ihre Themen und ihr Stil treten in einen Dialog miteinander, interagieren in einem einzigen Diskurs und kreieren eine unendliche Verbindung, wenn man sie zusammenbringt. Das Licht auf der Haut von Martina Matencios Frauen ist im gleichen Stil gemalt, wie Carla Cascales die Silhouetten mit ihrem blauen Stift malt. Die Farbpunkte von Marie Tooth erinnern uns an Maria Matencios Lichtfunken. Und Sara Janinis Motive strahlen die gleiche verräterische Unschuld Martina Matencios aus, ebenso wie das Schwarz-Weiß von Marie Tooths Arbeiten uns zum Schwarz-Weiß von Janinis Fotografien führt. Es ist alles ein Spiel mit Spiegeln und Reflektionen. Vier Künstler zeigen ihre Wahrnehmung der Realität und fangen die Schönheit von Landschaft und Körper ein. Jedes Werk spricht für sich, doch vereint zeigen sie welche Rolle unterschiedliche Konzepte, wie Sinnlichkeit, Schönheit, Weiblichkeit, Sexualität, Intimität und Nostalgie, spielen."



PAULA'S SELECTED ARTWORKS:



Martina Matencio Ellas

Ellas

Martina Matencio
Fotografie

Carla Cascales

Blue Nude F

Carla Cascales
Arbeit auf Papier

Marie Tooth November

November

Marie Tooth
Malerei

Martina Matencio Landscape

Landscape

Martina Matencio
Fotografie

Carla Cascales

Blue Nude L

Carla Cascales
Arbeit auf Papier

Marie Tooth In the city

In the city

Marie Tooth
Malerei

Sara Janini Backroads

Backroads 05

Sara Janini
Fotografie

Carla Cascales

Backroads 06

Sara Janini
Fotografie