Beneyto Studio

Im Atelier Mit Antonio Beneyto

Antonio Beneyto, Schriftsteller und Maler zugleich, und damit Teil einer langen Tradition moderner Künstler - Picasso, Dali, Klee-, ist ein vielschichtiger Schöpfer, wie ihn Jaime D. Parra in der Kulturzeitschrift Barcarola (Albacete) beschreibt. Er ist einer der wichtigsten Vertreter des bildnerischen und literarischen Postismus, der wichtigsten Avantgarde-Bewegung der Spanischen Nachkriegskultur. Geboren in der Sagenumwobenen Region La Mancha (Albacete) begibt er sich früh auf seinen Weg, einem literarischer und künstlerischer Don Quijote gleichend, der ihn in den sechziger Jahren nach Palma de Mallorca bringt, wo sich in jener Zeit die kreative Schöpferschicht versammelt. Es ist die Zeit der Papeles de Son Armadans, einer Autorengruppe mit Mitgliedern wie Camilo José Cela, Antonio F. Molina, Christopher Serra und anderen, die gemeinsam den Ursprung des ‚Filopostimus’ gründen. Es ist auch die Zeit des Schriftstellers Robert Graves, des Sängers Jorge Sepulveda und des Intellektuellen Juan Bonet, mit denen der Künstler verkehrt. Außerdem beteiligte er sich an Publikationen, wie zum Besipiel La Estafeta Literaria, Ínsula e Índice aus Madrid, oder Escandalar aus New York.

Im Jahr 1967 zieht er nach Barcelona um und lässt sich im gotischen Viertel ‚Barrio Gótico’ nieder, von wo aus er Kontakt mit großen katalanischen Autoren, Künstlern und Intellektuellen wie Joan Brossa, Juan Eduardo Cirlot, Joan Perucho, Ginovart, Guillem Viladot, Pere Gimferrer, aufnimmt. In Barcelona experimentiert er mit verschiedenen Arten der Kreativität, wie zum Beispiel Malerei, Bildhauerei und Keramik. Außerdem schreibt er und konzentriert sich hier ins besondere auf Erzählung, Poesie und Reisetagebücher. Von besonderem Interesse sind seine Kurzgeschichten und Erzählungen, durch die er zu einer herrausragenden Figur seiner Zeit wird.

Beneyto Studio

Seine plastischen Arbeiten sind Teil eines langen Schaffensweges in einer traumhaften und surrealen Atmosphäre, die von Postismus und Surrealismus geprägt wurde, aber auch durch das alltägliche Leben, dass er im buntesten und abwechslungsreichsten Viertel der Stadt, dem Gótico, erlebt. Von hier aus arbeitet er an einer internationalen Künstlerkarriere und stellt in großen Galerien in Italien, Frankreich, Portugal, Polen, der Schweiz, Deutschland, Nicaragua, Chile und den USA – New York - aus. Man könnte die Arbeiten des Künstlers in zwei große Momente einteilen: seine blaue Phase und seine schwarze Phase. Die Arbeiten seiner schwarzen Phase, die ‚Black Paintings’, sind die am wahrscheinlich konsolidiertesten Arbeiten des Künstlers. Sie stellen eine Reihe von Porträts unmöglicher Formen dar, die zwischen Dadaismus und Surrealismus hin und hergerissen scheinen. Die stark vereinfachten Figuren, die an kindliche Strichzeichnungen erinnern, zeugen von ausgearbeiteten konzeptionellen Konnotationen über den menschlichen Körper und seine Natur.

Beneyto Studio

In der blauen Phase arbeitet der Künstler mit negativ Bildern, in denen er unbestimmte, tanzende Objekte in hellblauer Farbe zeigt, die zu den Protagonisten der Kompositionen werden. Später erweitert der Künstler diese Serie und entwickelt halbmenschliche Figuren, deren Glieder heute eindeutig Beneytos Stil zugewiesen werden. Von Malerei über Zeichnung, bis hin zur Arbeit mit Fächern, hat der Künstler seinen Stil weiterentwickelt, immer auf der Suche nach neuen Formaten, Medien und Materialien, mit denen er seinen surrealistischen Blick auf die Welt und das Leben ausdrücken kann. Zum Beispiel erzählt er uns, dass er am Anfang viel Respekt vor großen Leinwänden hatte und sich nicht so recht an sie heran traute. Wenig später verliebte er sich jedoch in das Schaffen großformatiger Werke, so sehr, dass er begann, die weltweit größte Zeichnung auf einer Papierrolle zu erstellen: eine dreißig Meter lange Partitur mit Zeichnungen in Tusche und Aquarell.

Beneyto Studio

Öl, Acryl, Pastell, Kohle, Bleistift, Kugelschreiber- verschiedene Farben und unterschiedliche Verfahren - sind die Werkzeuge, mit denen Beneyto seine exzentrischen postistischen Charaktere erstellt; Charaktere, die auch in seinen literarischen Werken zum Leben erwachen. Über sie schreibt seine Freundin, die amerikanischen Übersetzerin und Schriftstellerin, Carlota Caulfield: „Das künstlerische Universum Antonio Beneytos besteht aus erstaunlichen tierischen Kreaturen, Zwitterwesen, siamesischen Zwillingen, aufgeklappten Figuren und einer ganzen fantastischen Fauna. Diese verspielte, surrealistisch-postistische Art markiert auch seine literarischen Werke. Seine Tagebücher, Romane, Kurzgeschichten und Prosagedichte und Briefe zeugen von lebendigem Wahnsinn und eigenartigen ästhetischen Regeln."

Sein Studio befindet sich im Herzen von Barcelona, im Zentrum des gotischen Viertels, und ist eine postistische Kultstätte voller Eigenartigkeiten und Exzentrizitäten, die typisch für seine Arbeit sind. Den Eingang des Gebäudes verschließt eine Holztür, die er mit einer seiner charakteristischen Figuren bemalte. Im Inneren seines Ateliers und Wohnzimmers hat der Künstler ein wahre postistische Galerie erschaffen. Man passiert eine umfangreiche Bibliothek, die vor allem Gedichte und poetische Texte enthält, deren Bücherinnenseiten vom Künstler bemalt wurden. An der Decke hängen verschieden Stühle und die Wände der Räume sind gesäumt von Fotografien, Selbstporträts, Werken und anderen Erinnerungen. Über seinem Schreib- und Werktisch hängen Fotos mit Dichtern und bedeutenden Künstlern wie Allen Ginsberg, Pere Gimferrer oder Patty Smith, ein Porträt des Künstlers mit dem Namen ‘Beneyto el Cardenale Alfons de Catalunya’, eine Fotografie von Alejandra Pizarnik und eine weitere von Nicole Kidman, die er, wie er sagt, wegen ihrer Schönheit und Intelligenz bewundert. Außerdem befindet sich hier auch die dreißig Meter lange Roll-Partitur, mit der der Künstler die ‚längste Zeichnung der Welt’ erschuf.

Beneyto Studio

Beneyto Studio

Der Künstler erzählt uns, wie der Postismus (der letzte ‚-ismus’, als Synthese aller vorangeheneden Avantgardistischen Bewegungen), von Ory und Chicharro gegründet wurde, vor allem von Letzterem, mit dem Beneyto eine große Freundschaft verband und mit dem er die wichtigsten Punkte seiner Ästhetik teilte: die Annäherung, das Spielerische, die magische Welt, das Interesse an der Traumwelt, die Welt der Kinder und die Verteidigung der Phantasie. Er erzählt uns, wie sich seine Kunst entwickelte, er sich in den Postismus verliebte und sich für ähnliche Bewegungen zu interessieren begann: durch den Einfluss der Lehre von A.F. Molina, durch die Bewunderung für die schwarzen Bilder Goyas, durch die Leidenschaft für die Gedichte seiner Freundin Pizarnik und den Respekt vor dem Maler Antonio Lopez.

Für unsere zweite Capsule Collection freuen wir uns sehr, unseren Sammlern eine Reihe von einzigartigen originalen Werken der Postismus Legende Antonio Beneyto vorstellen zu dürfen. Alle gezeigten surrealistischen Illustrationen aus dem Jahr 2013 wurden vom Künstler mit Füllfederhalter und Pastellfarben auf stabilem Karton gezeichnet und werden für einen begrenzten Zeitraum exklusiv über Artig Gallery angeboten.

Zur Kollektion CAPSULE COLLECTION X ANTONIO BENEYTO